Mittwoch, 20. Juni 2012

Das Menschliche

Die edelste Menschheit
hilfreich und gut,
den Gedanken der Freiheit
im Herzen und Mut.
In Würde verbandet
und voller Respekt,
auf der Erde gestrandet
vollendet perfekt!

Das Bild ist da,
doch s kann nicht sein.
Der Schluss liegt nah,
ein Traum wirds sein!

Und wirds auch bleiben voller List,
solang der Mensch noch menschlich ist.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Motivation

Heute!

Heute gehts los!

Heute fang ich an und werde
stramm, um dann
auf neuem Wege das zu tun,
was ich am besten kann!

Es einfach sein lassen!

Sonntag, 27. Mai 2012

Im Spiegel

Ich seh im Spiegel mich und dich
und sprich zu mir und du zu dir
im Kerzenlicht gar wunderlich
Ob ich dich je verlier?

Dein kreideweisses Auge blitzt
im Silber mir entgegen
Ich fühle wie es mich besitzt
und schliess es ganz verlegen

Wir stehen da im Spiegelbild
und schweigen unverdrossen
Die Angst umsäuselt uns ganz mild
die Münder sind verschlossen

Ich seh im Spiegel mich und dich
und wie du mein bist, bin ich dein
und trotzdem steh ich schauerlich
vorm Spiegel ganz allein.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Der Bücherwurm

Nach einer Kurzgeschichte

Es ist ein froher Bücherwurm
der hat so gern Geschichten
frisst alle Bücher wie im Sturm
und nascht von den Gedichten

Doch bald schon leider naht der Schreck
(wie solls auch anders sein)
alle Bücher frisst er weg!
und Hunger tritt rasch ein

So macht der Wurm sich auch sofort
zur Sommerschule auf
um schreiben zu lernen an diesem Ort
(Zumindest verlässt er sich drauf)

Doch kaum ist er dort
um das Schreiben zu üben
will er schon wieder fort
denn der Schein scheint zu trügen

Die Lehrer lehren wohl zu schreiben
doch Geschichten bleiben fremd
der Wurm studiert und lässt sich treiben
immer weiter wird sein Hemd

Schliesslich wird er promoviert
und zieht verdörrt nach Haus
wo er s'Gelernte ausprobiert
doch Geschichten bleiben aus

So liegt er sterbend im Regal
inmitten frischer Bücher
gezeichnet von der Hungerqual
gehüllt in Leichentücher

Mittwoch, 23. Mai 2012

Der Geldschein

Ein Geldschein lag einst hoffnungsvoll
an einer Strassenbeuge
entflohen wo er doch nicht soll
ohne Lärm und Zeuge

So wartete er aufgeregt
dass jemand ihn wohl finde
gepflegt ins Sonnenlicht gelegt
und knatterte im Winde

Er wehte auf ein Auto drauf
gleich einer Sensation
und doch, nicht einer hob ihn auf
es war wohl Inflation

So blieb vom Wischer weggefegt
der Geldschein traurig liegen
hat er gestern noch die Welt bewegt
so träumt er heut vom Fliegen

Dienstag, 22. Mai 2012

Das Elend der Weitsicht

Ich seh die Welt aus meinem Leibe
bloss durch eine Fensterscheibe
ein Bild pro Augenblick

Erweitre meinen Horizont
und trotzdem bloss die Fensterfront
Ich komme bald ins Bangen

und seh, die Bücher, die ich las
verschafften mir bloss dickres Glas
das drückt mir aufs Genick

Ich greif der Einsicht Vorschlaghammer
bleib trotzdem in der Fensterkammer
in meiner Sicht gefangen


Der letzte Trost der mir verbleibe:
Jeder hat ne Fensterscheibe

Sonntag, 20. Mai 2012

Das Möchtegern - Gedicht

Ich wäre so gerne
ne Strassenlaterne
mit glühender Birne
und rostendem Zwirne

ganz unverblühmt ehrlich
und furchtbar entbehrlich
und trotzdem so wichtig
weil weit schon ersichtig

Ich sähe die Nacht
und grämte mich nicht
denn egal wo's auch kracht
ich stünde im Licht

und ging ich mal aus
wärs eh wieder hell
ich stünde vorm Haus
und löschte mich schnell

was wär ich so gerne
ne Strassenlaterne
mit glühender Birne
und rostendem Zwirne




und nun noch zum Scherze:
Ich bin eine Kerze.